[Rezension] Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel


Sergej Lukianenko
Trix Solier, Zauberlehrling voller Fehl und Adel
Gulliver
Roman
9,95 €
ISBN 978-3-407-74334-3
1. Auflage 2012. 584 Seiten.
Broschiert.
Ab 11 Jahre
Leseprobe
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Trix, Erbe des Herzogtums Solier, wird Opfer eines gemeinen Putschs. Er schwört Rache. Bloß wie? Die wilde Welt jenseits der Schlossmauern ist nichts für zarte Jünglinge. Grässliche Untote, verwirrte Feen und minderbemittelte Minotauren machen Trix das Leben schwer. Aber dann entdeckt er ein ungeahntes Talent: Ist er zum Magier berufen? Mit neuem Mut versucht sich Trix als Retter der schönen Fürstin Tiana, die zwangsverheiratet werden soll. Im Gegenzug verspricht Tiana ihm dabei zu helfen, den Thron zurückzuerobern. Die beiden schmieden einen tollkühnen Plan … (Quelle)

Hier muss ich hinzufügen, dass der Klappentext meiner Meinung nach ein falsches Buch von dem Inhalt des Buches vermittelt. Grob stimmt schon alles, aber irgendwie trifft er die Tonalität des Buches nicht ganz. Für mich schwingt nicht so viel Witz mit, wie man zwischen den Buchseiten letztendlich findet. 

Er hieß Kakritur oder Krikatur, das hatte Trix nicht richtig verstanden, weshalb er jedes Mal, wenn er sich an ihn wandte, durch die Nase sprach und flüsterte, als sei er überraschend einem Schnupfen zum Opfer gefallen.

Ich muss zugeben, dass dieser Buchkauf ein absoluter Zufallskauf war. Für einen Lesetag suchte ich ein »magisches« Buch - und dann stand ich in der Buchhandlung und fand keines. Vampire, Dystopien, Elfen, das gab es alles. Aber ein Buch mit einer Welt voller Magie (außer Harry Potter) suchte ich vergeblich. Dann stolperte ich über »Trix Solier«. Ich kenne bereits einige Bücher von Sergej Lukianenko und schätze ihn als Autor sehr, aber ein Kinderbuch? Obwohl ich eher kritisch an die Sache heranging, wanderte das Buch mit zu mir nach Hause.

Am Anfang hat mich das Buch extrem verwirrt. Man wird ziemlich schnell in die Handlung hineingeworfen und besonders bei einem Szenenwechsel fragte ich mich, was überhaupt vorgefallen war, weil ich dem Ganzen nicht so schnell folgen konnte.
Als ich diese erste Hürde aber genommen hatte, war ich wirklich begeistert: Die Geschichte ist wirklich einmalig, abwechslungsreich und liebenswert. Im Buch warten tolle und ungewöhnliche Charaktere auf den Leser, wie Trix selbst, seine elfische Begleitung oder der Magier Radion Sauerampfer. Besonders den Letztgenannten habe ich ins Herz geschlossen. Seltsamerweise ist nur ein Hauptcharakter blass in meiner Erinnerung geblieben, das war etwas schade.
Auch die Nebencharaktere sind größtenteils wunderbar gelungen und sorgen immer wieder für Überraschungen. Und was mich besonders begeistert hat: Kaum einen Charakter trifft man nur einmal - so sieht man jeden urigen Kauz meist nochmal wieder.
Die Welt, die Lukianenko erschaffen hat, ist teilweise unserer gar nicht so unähnlich und dann wieder herrlich skurril mit ihren ganz eigenen Regeln und Gesetzen.

Begeistert hat mich auch der Humor des Buches. Es nimmt sich selber nicht zu ernst und hat mich nicht nur einmal zum Schmunzeln gebracht. Die vielen Andeutungen auf unsere heutige Zeit (wie der Kalte Krieg oder McDonalds) bereichern das Buch und waren für mich eines der Highlights. Gegenwartskritik versteckt in einem abgedrehten Fantasyroman - das ist schon gelungen.
Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen, leicht verdaulich, aber auch nicht zu simpel. Und dabei haftet auch dem immer etwas Besonderes an.
Die ganze Art des Buches erinnerte mich vom »Anders«-Faktor her stellenweise an die Romane von Terry Pratchett, nur dass es sich hier um ein Kinderbuch handelt. Nichtsdestotrotz denke ich, dass auch Erwachsene viel Spaß mit dem Buch haben können.

Es handelt sich bei dem Buch um den ersten Band einer Reihe, aber der Teil ist in sich abgeschlossen und kann auch gut einzeln gelesen werden. Trotzdem werde ich mir den zweiten Band bestimmt auch kaufen, um nochmal in diese herrlich amüsante Welt einzutauchen.
Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch nicht für jeden etwas ist, da man wahrscheinlich schon eine bestimmte Art von Humor benötigt, um den Inhalt witzig zu finden. Aber mir hat das Lesen wirklich sehr viel Spaß gebracht.

Er fing an, seine Pfeife zu stopfen. Trix sah den Zauberer befremdet an.
»Du missbilligst das?«, fragte Radion.
»Schon«, gab Trix zu.
»Ich rauche auch nicht gern«, räumte Sauerampfer ein. Aber für einen echten Zauberer gehört es irgendwie zum guten Ton. Auf einem Stein sitzen, rauchen, nachdenken, Rauchwolken ausstoßen ...


Nach kleinen Startschwierigkeiten konnte mich »Trix Solier« voll und ganz überzeugen. Ein fantasievoller, lustiger Roman, der einen in eine ganz außergewöhnliche Welt entführt - und dabei kommt das Augenzwinkern nie zu kurz. 

Idee: 5/5
Charaktere 4,5/5
Schreibstil: 4/5
Lesespaß: 4,5/5

Gesamt:

Kommentare:

  1. Ich hab es mir vor ein paar Tagen bei Tauschticket ertauscht und freue mich, wenn es bald ankommt. :-)

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    1. Oh, dann wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Lesen! Das Buch zaubert einem auf jeden Fall immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. :-)

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  2. Ich bin auch gespannt. Gerade weil ich es dann direkt mit Kerstin Giers Zeitreiseromanen vergleichen kann.

    Die Rezi zu Hypnose kommt morgen ;)

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  3. Ach, ich habe es auch Anfang Oktober gelesen und fand es wirklich super :) Ich freue mich schon, wenn der zweite Teil als TB erscheint.
    Liebe Grüße, KQ

    P.S. Sehr schönen Blog hast du da :)

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    1. Ohja, der zweite Teil wird dann auch sofort bei mir einziehen. Es ist wirklich mal eine nette Abwechslung von den derzeitigen "Standardbüchern".

      Und danke, das freut mich. :-)

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