[Diskutiert] Kinderbuchklassiker anpassen?

Hallo ihr Lieben!

In den letzten Tagen gab es einige Diskussionen, ausgelöst vom Entschluss des Thienemann Verlag, in einer Neuauflage des Kinderbuchklassikers "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler, einige mögliche diskriminierende Begriffe mit Einwilligung der Familie des Autors zu entfernen. Speziell geht es hier um "Negerlein" und "Zigeuner".

Darf man das?


Das ist die entscheidende Frage, die die Gemüter erhitzt. Darf man alte Schriftwerke zugunsten eines Sprachwandels anpassen? Sollte man heutzutage diskriminierende Begriffe ändern oder entfernen?

Der Oetinger Verlag hat dies bereits vor vier Jahren mit Kinderbuchklassikern von Astrid Lindgren getan: So heißt Pippi Langstrumpfs Vater in neuen Auflagen nicht mehr "Negerkönig" sondern "Südseekönig".
Ich finde es in diesem Fall äußerst elegant gelöst. Inhaltlich geht nichts verloren und ein tatsächlich veralteter Begriff ist ausgetauscht worden.

Keine inhaltlichen Änderungen


Meiner Meinung nach sind solche Anpassungen durchaus legitim, wenn (!) dadurch der Inhalt nicht verfälscht wird.
Viele kritisieren, dass dies der erste Schritt zur Zensur ist und was denn noch alles angepasst werden soll.
Hier denke ich, ist den meisten nicht bewusst, dass es sich um Kinderbücher handelt. Bei Erwachsenenbücher wird es hoffentlich nie der Fall sein, aber Kinder müssen beim Vorlesen ja nicht unbedingt mit mittlerweile sehr negativ besetzten Worten wie "Neger" konfrontiert werden.

Sicher können die Eltern den Kindern die Worte im gleichen Zug erklären. Aber man sollte auch bedenken, dass es Menschen gibt, die diese Begriffe als verletzend empfinden. Und einer davon war es letztlich, der diese Diskussion überhaupt erst mit einem Brief an den Thienemann Verlag angeheizt hat.

Wie hätte der Verlag sonst reagieren sollen als mit einer Anpassung? Immer wieder gibt es Neuübersetzungen oder auch Kinderbuchfassungen von Klassikern - und darüber beschwert sich auch niemand.

Würde es nicht auch anders gehen?


Es gibt Vorschläge, dass man die betroffenen Begriffe ja auch mit Fußnoten hätte versehen können: Meiner Meinung nach ein guter Kompromiss. So würde der Verlag zeigen, dass er sich der Wortproblematik bewusst ist und der Originaltext bliebe dennoch unverändert.

Kaum jemand hätte wohl mit dem Ausmaß der Diskussion gerechnet, die hier ausgebrochen ist. Dennoch finde ich die Vorgehensweise des Thienemann Verlags nachvollziehbar, auf der Facebook-Seite zum Räuber Hotzenplotz wurde auch ein Statement gepostet (hier).

Außerdem habe ich noch ein paar weitere Links für euch, falls ihr weitere Meinungen zu dem Thema lesen wollt:
TAZ - Der Artikel, der die ganze Diskussion wohl erst verursacht hat.
Spiegel online
Börsenblatt - Die Meldung im Branchenmedium
Süddeutsche Zeitung

Was sagt ihr zu der ganzen Diskussion? Findet ihr die Änderung noch im Rahmen oder absolut unnötig? Oder seht ihr gar eine Zensur darin?

Edit: Es gibt übrigens eine neue Stellungnahme vom Thienemann Verlag, die ich euch noch zeigen möchte: Hier.

Kommentare:

  1. Hi Miyann,

    schön das du auch solche Themen einmal ansprichst. Ich persönlich bin sehr gegen Zensur, weil ich finde, dass in vielen Bereichen die freie Meinung nicht mehr respektiert wird. Allerdings finde ich gerade im Bereich von Kinderbüchern, die auch einen pädagogischen Wert haben und Kindern die Sprache nahebringt leichte Anpassungen gerechtfertigt. Es handelt sich um Begriffe, die sehr negativ und beleidigend besetzt sind und damit Kindern als richtig vermittelt werden. Ein wirklich schwieriges Thema!

    Liebe Grüße Krys

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Krys,

      die Zensurabneigung teile ich auf jeden Fall. Und auch dem schwierigen Thema stimme ich zu. Ich hätte es jetzt auch nicht dramatisch gefunden, würden sie das Wort einfach so stehen lassen, aber spätestens nach der Beschwerde musste der Verlag eben reagieren. Sonst hätte es noch ein Medienecho in die andere Richtung gegeben, das wäre ja auch einigermaßen unschön gewesen. :)

      Viele Grüße
      Miyann

      Löschen
  2. Vor kurzem habe ich gelesen, dass Kinderbücher mit solchen diskriminierenden Worten in Kindergärten und Schulen nicht nur aus dem Lehrplan gestrichen wurden, sondern allgemein VERBOTEN sind... da finde ich die Reaktion des Verlages eine ziemlich elegante Lösung zu dem Problem.
    Es ist leider nicht so, dass alle Eltern ihren Kindern erklären, was es mit den Begriffen auf sich hat und dass man sie heutzutage nicht mehr benutzt.
    Kindern ist es ja wohl total egal, ob sie jetzt Negerkönig oder Südseekönig lesen. Und aus möglicherweise verletztenden Begriffen politisch Korrekte Formulierungen zu machen, halte ich in keiner Weise für Zensur. Schließlich haben die Worte heutzutage einfach eine ganz andere Konnotation als zur Zeit der Verfasser. Grade das Wort "Neger" war lange nicht in dem Maße negativ besetzt, wie es heute ist und dass man das rausstreicht und ersetzt finde ich in Ordnung, solange man die Originalfassungen nicht verbietet und/oder in oder Versenkung verschwinden lässt. Ab einem gewissen Alter sollte sanfte aber bewusste Aufklärung durch die Bücher betrieben werden und da ist die Idee mit den Fußnoten doch total super.

    Liebe Grüße
    MelMel :)

    AntwortenLöschen
  3. Also ich würde es nicht verändern wollen! Es ist eben schon ein älteres Buch und damals war Diskriminierung, Rassismus etc. denke ich nicht so ein großes Thema wie heute. Aber ich meine, das ist ein Stück Literatur ... Wir können ja auch nicht das Datum der Erfindung der Glühbirne ändern, nur weil es irgendjemanden nicht passt. Klar fühlen sich manche dabei verletzt - aber dann soll man das Buch eben nicht lesen ... ? Ich wäre allenfalls für eine Fußnote. Grundsätzlich ändern würde ich nicht, einfach aus Prinzip heraus. Stell dir mal vor irgendjemand schreibt ein Buch, in dem die Protagonistin Pamela heißt und in 70 Jahren gilt der Name Pamela als diskriminierend. Schlechtes Beispiel, aber da würde man doch (hoffentlich?!) auch nicht den Namen ändern.

    Interessanter Post :)
    Alles Liebe,
    Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hast du natürlich vollkommen Recht, der Autor hat es damals sicher nicht in dem Sinne geschrieben. Andererseits denke ich mir: Würde er es gutheißen, dass dieses Wort mittlerweile einen negativen Klang angenommen hat und nun auch durchaus so negativ von Lesern wahrgenommen wird?
      Also ich meine, wenn ich ein Buch schreibe und meine Protagonistin heißt Pamela und in siebzig Jahren ist es das Unwort schlechthin und viele Menschen fühlten sich dadurch beleidigt, dann würde ich es doch entsprechend anpassen wollen, oder nicht? (Vorausgesetzt, ich lebe bis dahin noch. :D )

      Das Datum der Erfindung der Glühbirne wird hoffentlich niemals geändert werden, da bin ich mit dir vollkommen einer Meinung. Ich finde nur, dass man diese Kinderbuch-Problematik schwer damit vergleichen kann.

      Irgendwie kann ich beide Seiten verstehen. *kopfkratz* Trotzdem sehe ich in dieser Änderung jetzt nicht unbedingt den ersten Schritt zur Zensur, wie gesagt, Kinderbuchklassiker werden laufend angepasst und da hat bisher auch niemand Probleme mit gehabt. (Wie beispielsweise Kinderbuchausgaben von "Die drei Musketieren" oder so.)
      Andererseits ist es ja auch gut, dass diese Diskussion mal geführt wird. :)

      Und danke, ich dachte, ich greife auch mal ein paar allgemeine Branchenthemen und so auf, wenn ich schon darüber stolpere. :)

      Viele Grüße
      Miyann

      Löschen
    2. Ich muss mich hier grade nochmal einklinken, weil je mehr ich über die ganze Sache nachdenke, desto klarer positioniere mich auf der "Pro Anpassung"-Seite ;D

      Es ist aber meistens leider nicht der Fall, dass die Autoren solche Begriffe wie "Neger" oder "Mohr" oder so nicht abwertend gemeint haben. Das waren schon immer beleidigende Begriffe, die absolut zur Diskriminierung genutzt wurden. Nur war diese gezielte Abwertung in der Gesellschaft akzeptiert und sogar befürwortet.
      So hübsch und putzig die Geschichte auch sind, bei den Ansichten einiger Autoren (gerade auch Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts) schlackern einem die Ohren, wenn man sich deren Meinungen zu solchen Themen mal anschaut.
      Wo Preußer da jetzt speziell zu verorten ist, habe ich auf die Schnelle nicht rausfinden können - allerdings glaube ich nicht, dass in der Zeit seines Schaffens solche Begriffe einfach adaptiert und ohne die negative Bedeutung verwendet wurden. Dafür war der zweite Weltkrieg und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung noch zu präsent.

      Und wie du schon sagst, wurden Bücher schon immer verändert und an die jeweilige Zeit angepasst. Und es gibt ja auch Ausgaben für Kinder und Ausgaben für Erwachsene. Wenn man jetzt ausschließlich bei den Kinderbüchern konsequent diese Worte rausstreicht, hat das meiner Meinung nach nichts mit Zensur zu tun, sondern mit der verantwortungsbewussten Wahrnehmung des Bildungs-/Erziehungsauftrags.

      So, das musste ich noch loswerden, jetzt wo meine Meinung zu dem Thema so schön ausgereift ist xD

      Stimmt, der Riesenkommi... haha :D Ich feuer dich an *mit Pompons rumwedel* ;)

      Liebe Grüße

      Löschen
  4. Ich habe schon als Kind "Die kleine Hexe" vorgelesen bekommen, mir dennoch nie Gedanken gemacht, dass irgendwas damit nicht in Ordnung sein kann. Es gehörte einfach zum Buch dazu und so habe ich es auch stehen lassen.

    Ich denke mir, die meisten Leute suchen nur ein Haar in der Suppe. Es gibt wichtigere Themen, denen man sich zuwenden sollte, als ein Wort, dass man als Elternteil gekonnt selber beim Vorlesen verändern kann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Silke,

      ich weiß auch nicht, ob man als Kind das Empfinden dafür hat. zumindest ist einem der Begriff bis dahin ja auch nicht bekannt und wahrscheinlich nimmt man ihn durch eine einmalige Erwähnung jetzt auch nicht unbedingt in den Sprachgebrauch auf. Ich muss gestehen, dass ich "Die Kleine Hexe" als Kind nie gelesen habe. Bildungslücke!

      Bei dem zweiten Punkt stimme ich dir auch auf jeden Fall zu. Nur ist ja jemand an den Verlag herangetreten und hat sich über die unglückliche Verwendung des Wortes beschwert - und dadurch ist diese Diskussion erst entstanden. Und irgendwie musste der Verlag ja reagieren.

      Ich finde es aber äußerst interessant, wie schnell aus unpolitischen Büchern eine politische Diskussion beim Vorlesen entstehen kann, nur weil sich ein Wort im Laufe der Zeit in seiner Bedeutung stark gewandelt hat. Was ja an sich auch nichts negatives ist.
      Ich bin immer noch für die Fußnote. :D

      Viele Grüße
      Miyann

      Löschen
    2. Genau so wie Seitenakrobatin sehe ich das auch! :)

      Ich bin auch keine "schlechte" Erwachsene geworden nur weil ich das Buch vorgelesen bekommen habe. Als Kind denkst du über die einzelnen Wörter gar nicht nach.

      Und: Es gibt wirklich wichtigere Themen!

      Aber ich finde das toll, dass du darüber berichtest. Davon habe ich bisher noch nichts gehört :)

      LG,
      Svenja

      Löschen
    3. Ich glaube, es geht eigentlich gar nicht darum, dass einige denken, dass die Begriffe Kinder "verderben" könnten. Ich glaube, es geht vielmehr darum, Begriffe, die der Autor in einem anderen Kontext geschrieben hat, und die heute etwas anderes bedeuten als damals, entsprechend an die heutige Zeit anzupassen. Denn Kinder können ja nur bedingt den Sprachwandel nachvollziehen.

      Wichtigere Themen gibt es auf jeden Fall. :)

      Das freut mich, vielleicht finde ich in nächster Zeit ja noch mehr Themen dieser Art. Mit so vielen Kommentaren hätte ich gar nicht gerechnet. *freu*

      Liebe Grüße
      Miyann

      Löschen
  5. Solche Diskussionen sind wirklich sehr interessant. Gerade aus früheren Zeiten, was die handgeschriebene Manuskripte betrifft. Darf man veraltete Rechtschreibung benutzen, weil es eben das Original ist, oder muss man es an den heutigen Wortlaut anpassen, wodurch aber Authenzität verloren geht?
    Ich finde es aber Blödsinn, die Ausgaben nun auszubessern. Der Autor hat das eben zu der Zeit so geschrieben und wenn man nun der Meinung ist, dass solche Begriffe heutzutage diskriminierend sind, reicht doch eine kleine Bemerkung am Anfang oder Ende des Buches aus, wo der Verlag und / oder dazu Stellung bezieht. Ich finde es nicht schön, wenn man sich bei solchen Dingen über die Ideen des Autors hinwegsetzt. Da gibt es bestimmt bessere Lösungen, als die Begriffe einfach "auszulöschen".
    Und dass man solche Themen immer wieder in den Mittelpunkt rücken muss, was das Buch überhaupt nicht will, finde ich schade. Kann man sowas nicht einfach mal genießen und das Wort ausblenden und sich sagen, dass es damals einfach eine ganz andere Zeit war?
    Aber sehr interessanter Post!
    LG,
    Lyrica

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, diese Diskussion ist auch interessant. Ich denke in solchen Fällen sind zwei Ausgaben echt sinnvoll, denn wenn beispielsweise 12jährige ein Buch in der Schule mit alter Rechtschreibung lesen, finde ich es schon ... unglücklich. Wir haben mittlerweile nun mal die neue Rechtschreibung und mehr Kuddelmuddel verwirrt in dem Alter wohl nur (also mich haben ja schon die zwanzigtausend Umstellungen verwirrt).

      Stimmt, eine entsprechende Anmerkung wäre auch eine gute Möglichkeit. Andererseits ist es die Frage, inwieweit man sich über die Idee der Autors hinwegsetzt, denn es geht ja eigentlich um den Gedanken dahinter, den er bei der Verwendung des Wortes hatte. Und er hatte ja durchaus keine diskriminierende Intention, von daher fände ich es auch im Sinne des Autors gar nicht sooo verkehrt, das eine Wort abzuändern.
      Aber eine Fußnote oder ein Vorwort/Anmerkung wieauchimmer fände ich wirklich am Sinnvollsten.

      Liebe Grüße
      Miyann

      Löschen
    2. Da stimm ich dir zu. Man sollte niemandem das Wissen verwehren, aber schon einschätzen, welche Ausgabe für welches Alter (und Interessenslage) am sinnvollsten ist.

      Ich finde einfach, dass eine Fußnote, Anmerkung, etc den Verlag gegen mögliche Proteste absichert, trotzdem aber den Text nicht angreift. Irgendwo sind die Verwendungen solcher Worte ja auch "ZEitzeugen", weil man früher eben so gesprochen hat. Obs jetzt diskriminierend ist oder nicht, sei mal dahingestellt.

      LG,
      Lyrica

      Löschen
  6. Huhu Marit,

    vielen Dank, dass du dieses Thema vorgestellt hast. Ich finde es wirklich total interessant und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es heiße Diskussionen darum gibt.
    Generell kann ich mich anschließen und sagen, dass ich auch gegen Zensur bin. Sicherlich gibt es und wird es immer Dinge geben, die eher kritisch zu betrachten sind. Doch bin ich der Meinung, dass die Meinungsfreiheit eines unserer wichtigsten "Güter" ist.
    Aber ich stehe auch dem Ausbessern ein wenig skeptisch gegenüber. Da würde ich persönlich dann doch auch eher zu der Variante der Fußnoten tendieren oder, wie Lyrica vor mir sagte, ein Vor- bzw. Nachwort in dem der Verlag Stellung nimmt. Ich würde das "Ausbessern" noch nicht als Zensur verstehen, aber trotzdem wird damit in das Werk eines Autors eingegriffen, was - in meinen Augen - nicht unbedingt sein muss.

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Tin!

      Wobei es mich wundert, dass es so ausufernd diskutiert wird, immerhin ist es ja eigentlich tatsächlich normal, Anpassungen an älteren Büchern vorzunehmen. Vielleicht war das dem meisten bisher gar nicht so bewusst ...

      Da stimme ich dir auf jeden Fall zu!

      Und ja, genau so sehe ich es auch. Eigentlich fände ich es auch ganz schön, mithilfe solcher Anmerkungen für Kinder bereits ein Gefühl für den Sprachwandel zu schaffen. *überleg*

      Und Gruß zurück! ;)

      Löschen
  7. Sehr interessantes Thema, wobei ich der Meinung bin, dass kleinere Anpassungen völlig im Rahmen sind. Die Fußnoten fänd ich störend, ich würde eine Erwähnung im Vor- oder Nachwort gut finden.
    Als Zensur kann man das meiner Meinung nach nicht betrachten. Schließlich verändern sich ständig die Bedeutungen von Begriffen. Wenn jemand aus dem Mittelhochdeutschen das Wort "Weib" als "Frau" im Neuhochdeutschen übersetzt, beschwert sich doch auch keiner. Genauso ist es doch mit Neger. Ich finde das vollkommen legitim.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich frage mich auch, weshalb die Wellen der Empörung in diesem Fall so hoch schlagen, wo es doch (wie bei deinem Beispiel) schon immer solche Änderungen gab.
      Ich sehe es ziemlich ähnlich, der Sinn des Textes wird dadurch nicht verändert und solche Anpassungen könnten ja eigentlich nur im Sinne des Autors sein - andererseits bin ich kein Autor, vielleicht würde ich es auch schlimm finden, wenn meine Texte im Nachhinein geändert würden, wer weiß. ;)

      Viele Grüße
      Miyann

      Löschen
  8. Neulich habe ich erst von Kristina Schröder gelesen, dass sie ihrem Kind z.B. den "Negerkönig" erspart. Ich denke das Kinder diese Wörter zwar hören, sie aber in einem solchen Alter nicht wirklich aufnehmen und sich erst recht nicht daran stören. Man sollte die Klassiker so belassen - wir sind ja durch Pippi Langstrumpf auch keine Ausländerfeinde geworden! Eine Zensur ist es zwar nicht gleich, allerdings muss man diese Wörter meiner Meinung nach nicht nachbessern! Wiedermal überflüssig - wie Silke schon gesagt hat, gibt es gewiss spannendere und lohnendere Themen in Politik & Literatur!
    Die Diskussion ist übrigens sehr schön. Danke für den Beitrag!

    LG Anni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach ja, den Artikel habe ich auch gelesen und den Kopf geschüttelt. Da kamen ja noch Genderanpassungen dazu, wie "Das Gott". Verrückte Sache.

      Ich schätze, es geht nicht darum, dass das Wort negativ auf Kinder abfärben könnte, sondern dass das Wort sich mittlerweile gewandelt hat und nicht in dem etwas negativen Kontext geschrieben wurde, den es mittlerweile hat.

      Ich hoffe, ich finde in nächster Zeit noch mehr solcher Themen. :)

      Viele Grüße
      Miyann

      Löschen
  9. Hallo Miyann,
    dein Text gefällt mir sehr gut und regt zum Nachdenken an. Ich muss gestehen, dass ich "Modernisierung" von Übersetzungen zu 99% sehr unnötig und lächerlich finde. In dem Fall mit der "Negerprinzessin" und dem "Negerkönig" sei das mal dahin gestellt. Ich bin gewiss nicht Ausländerfeindlich dadurch geworden und habe mir als Kind nie Gedanken darüber gemacht. Wenn man sich selbst beleidigt fühlt, dann ist das natürlich was anderes. Ich denke, die Sache mit den Fußnoten ist vielleicht wirklich ein guter Kompromiss, wie du selber gesagt hast: Das Original bleibt erhalten, aber der Verlag ist sich der Problematik dieses Wortes bewusst und weist seine Leser darauf hin.

    Jetzt noch ein bisschen was abseits dieses Themas: Ich habe noch einen TAG für dich, falls du Interesse hast: http://kaugummiqueen.blogspot.de/2013/01/tag-25-fragen-im-neuen-jahr.html

    Liebe Grüße, KQ

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kaugummiqueen! :)

      Es freut mich, dass dir der Eintrag gefällt, mit so vielen Kommentaren hätte ich gar nicht gerechnet. Das muss unbedingt fortgesetzt werden!

      Ich kann deine Sichtweise sehr gut nachvollziehen, ich denke auch nicht, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Kinder durch die Worte verdorben werden könnten. Letztendlich ist daran ja auch nichts Schlimmes, es sind nur Begriffe, die nicht mehr ganz zeitgemäß sind und zudem noch mittlerweile Negativassoziationen hervorrufen.

      Jaa, Fußnoten! Ich bin gespannt, welchen Weg der Verlag letztendlich gehen mag, ich denke, mit solch einer Reaktion hätten sie nicht gerechnet.

      Ah, super, ich danke dir. Da bin ich doch gerne dabei. :)

      Viele Grüße
      Miyann

      Löschen