[Rezension] Der letzte Zauberlehrling





Gerd Ruebenstrunk
Der letzte Zauberlehrling
arsEdition
16,99 €
ISBN 978-3-7607-8679-7
1. Auflage 3. Juli 2012
448 Seiten
Gebunden
Verlagsseite





Inhalt


Aus der französischen Provinz reist der junge Zauberlehrling Humbert ins Paris des 19. Jahrhunderts, um sich beim alljährlichen Ball der Zauberer einen neuen Meister zu suchen. Doch in der großen Stadt angekommen, stellt er erschüttert fest, dass die Welt der Magie nicht mehr das ist, was sie einmal war. Denn fast alle Zauberer haben ihre Kräfte an den reichen Unternehmer Pompignac verkauft. Nur Humberts neuer Meister, ein wahrer Sonderling, ist noch im Vollbesitz seiner magischen Kräfte – und denkt nicht ans Verkaufen!
Doch worum geht es dem Geschäftsmann eigentlich? Nur ums Geld? Oder steckt eine geheime Verschwörung dahinter? Ehe Humbert sich versieht, geraten er und seine neuen Freunde in einen Strudel gefährlicher Ereignisse: Was hat der Erzkanzler mit all dem zu tun? Steht womöglich die Zukunft der Zauberei auf dem Spiel? (Quelle)

»Man munkelt, die Zauberer wollen ihre Zaubersprüche an Pompignac verkaufen.«
»Sie verkaufen ihre Zaubersprüche?«, fragte ich erstaunt. »Warum sollten sie das tun?«
S. 14


Meine Meinung


Seit der Buchmesse wartet "Der letzte Zauberlehrling" darauf, von mir gelesen zu werden. Ich weiß gar nicht so genau, wieso es so lange gedauert hat, dass ich das Buch in die Hand genommen habe. Vielleicht war es der Umschlag, der mir nicht ganz zusagte - wer weiß. Vielleicht war auch die Lesung auf der Frankfurter Buchmesse schuld, die zwar unglaublich toll war, mich aber vermuten ließ, dass es sich hier um einen Bartimäus-Abklatsch handelt. Wie konnte ich sowas nur denken?

Zuerst einmal: Der Umschlag lässt einen Falsches vermuten. Ich finde, dass der Junge auf dem Cover aussieht, als wäre er acht oder vielleicht auch zehn Jahre alt - im Buch ist der Protagonist Humbert allerdings schon sechzehn. Das Buch ist also viel erwachsener, als man erwarten würde. Und ich muss sagen, dass es mir beim Lesen einfach verdammt viel Spaß gebracht hat.
Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Humbert erzählt, nur einige Kapitel geben die Sichtweise einer weiteren Person wieder, deren Identität ich hier allerdings nicht verraten möchte.
Der Schreibstil von Gerd Ruebenstrunk gefällt mir wirklich gut, locker, flüssig, mit einem Gespür für Witz und Komik. Genau das richtige für ein Jugendbuch.

Besonders gerne mochte ich die Charaktere, auch wenn sie alle größere oder kleinere Macken hatten und nicht unbedingt Sympathieträger waren. Aber genau das ist ja das Tolle an ihnen. Gerd Ruebenstrunk hat eine große Bandbreite an Figuren eingeführt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nie wusste ich, wie eine Figur jetzt handeln würde und so gab es einige Überraschungen. Auch Humbert selbst reagiert in einigen Situationen anders als erwartet und zeigte dadurch viel Menschlichkeit.
Das einzige, was mir nicht gut gefiel, war der Handlungsort in Paris in Kombination mit den teilweise wenig französischen Namen. Das hätte man sicher besser lösen können, aber darüber kann ich hinweg sehen.

Außerdem mochte ich die Atmosphäre des Buches. Mir gefiel die Welt, die Gerd Ruebenstrunk hier erschaffen hat, in der Technik und Zauberei parallel existieren. Gerne hätte ich noch mehr über das alles erfahren, einige Dinge wurden leider nur angerissen. Das war für mich persönlich ein kleines Manko.
Aber: So wie es aussieht, handelt es sich hier um den ersten Band einer Reihe - ich freue mich schon auf den Nachfolger. Auch wenn das Ende ein guter Abschluss war, habe ich nichts gegen eine Fortsetzung.

»Nehmen Sie dann noch Lehrlinge an?« Ich hatte die Worte kaum ausgesprochen, da fragte ich mich schon, ob das, was ich gesagt hatte, wirklich so klug gewesen war. Prometheus mochte ein Zauberer Erster Klasse sein, in seinem gegenwärtigen Zustand war er lediglich ein Wrack. Was konnte ich von so jemandem schon groß lernen?
S. 50


Fazit


Ein Jugendbuch voller Witz, Fantasie und Spannung. Eine große Stärke sind die vielen unterschiedlichen Charaktere, mit denen ich nur zu gerne noch mehr Zeit verbracht hätte. Hier dreht sich alles um Zauberei vor einer leicht steampunkigen Kulisse.

  

Kommentare:

  1. Hej Marit,

    Schön, dass du es eigentlich gelesen hast und vor allem freut es mich, dass du dann auch so begeistert bist.
    Ich möchte ja unbedingt noch einmal etwas von dem Autor lesen, vor allem weil er auch so super sympathisch auf der Buchmesse war.

    Liebe Grüße
    Jojo

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    1. Hallo Jojo! :)

      Jaa, ich finde ihn auch so sympathisch und wenn dann noch das Buch gefällt ... Nach der Lesung war ich erstmal wirklich kritisch, muss ich gestehen, aber nun - überzeugt. ;)
      Ich meine, dass er auch was anderes als Jugendbücher schreibt, vielleicht findest du ja da was von ihm, was dich anspricht. Aber ich meine, dass er da unter anderem Namen veröffentlicht (ich glaube, Marie hat das mal recherchiert).

      Viele Grüße. :)

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  2. hi.
    eine schoene rezi :) ich bin dann ja beruhigt, dass das cover ueber die geschichte hinweg taeuscht, denn ich war auch ein wenig vom cover abgeschreckt und hatte angst, dass die hauptperson zu jung ist. es klingt auf jeden fall sehr spannend und lustig zu sein. das beispielzitat ist jedenfalls amuesant :D
    freut mich, dass es dir gefallen hat, es wandert auf meiner wunschliste jetzt weiter nach oben.
    glg, cyhmc

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    1. Hallo. :)

      Oh, dankeschön. Es freut mich, wenn sie dir gefällt. Ja, ich finde auch, dass es nach einem sehhr jungen Buch aussieht. Freigegeben ist es ab 12 - also einen gewissen "jungen" Charme hat es schon, aber mir hat es trotzdem Spaß gebracht. :D

      Hast du eigentlich noch einen Blog? Der alte existiert nicht mehr, wenn ich es richtig sehe, oder?

      Viele Grüße
      Miyann

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  3. Hallöchen :)
    Ich hatte genau die gleichen Bedenken! Dass mich das Buch nicht ansprechen würde, weil ich dachte, es geht um einen 10-jährigen Jungen xD Das Cover täuscht wirklich, hört sich jedenfalls schon viel besser an, als mein erster Eindruck. Gerade gehen viele Bücher bei mir vor, weshalb ich Der letzte Zauberlehring wahrscheinlich in vorraussichtlicher Zeit nicht lesen werde. Schade :o Schön geschilderte Rezension! :))

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    1. Huhu. :)
      Da sieht man mal, wie trügerisch so ein Cover sein kann ... Ich war auch echt überrascht, als ich erfahren habe, dass Humbert schon sechzehn ist - am Anfang war ich immer wild am Spekulieren und Rechnen.
      Also das Buch ist schon für ab 12 ausgerichtet, aber dennoch ist es nicht zu kindlich - zumindest habe ich es nicht so empfunden.
      Hehe, das Problem mit der Liste, die abgearbeitet werden muss, kenne ich nur zu gut. Manchmal muss man sich da echt bremsen, sonst stehen immer mehr Bücher auf den ersten Plätzen. :D

      Viele Grüße
      Miyann

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