[Rezension] Tage wie diese



John Green, Maureen Johnson, Lauren Myracle
Tage wie diese
Arena Verlag
9,99
ISBN 978-3-401-50383-7
1. Auflage 9. Mai 2012
400 Seiten
Klappenbroschur
Verlagsseite





Inhalt


Jubilee hat den perfekten Freund. Sie ahnt nicht, dass sie ihn in dieser Nacht verlieren wird – weil sie sich Hals über Kopf in einen Fremden verliebt. Manchmal vergisst Tobin völlig, dass der Herzog eigentlich ein Mädchen ist. Bis zu jenem magischen Moment im Schnee. Addie würde alles dafür geben, wenn Jeb ihr verzeihen könnte. Dabei ist er ihr längst viel näher als sie denkt … (Quelle)

»Wer ist im Gefängnis?«, fragte ich, weil ich nicht besonders schnell von Begriff bin und weil mir die Vorstellung , dass meine Eltern von einem fliegenden Elfenhotel getroffen worden waren, leichter fiel als die Vorstellung, dass man sie in Handschellen abgeführt hatte.
Der Jubilee-Express - Maureen Johnson, S. 21


Meine Meinung


Gut, ich hätte es mir denken können. Ich hätte mir wirklich denken können, dass es sich hier um drei Standardjugendromanliebesgeschichten im weihnachtlichen Gewand handeln wird. Aber ich habe es mir nicht gedacht.
Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass der Klappentext etwas ausführlicher ist und irgendwie besser klang als die kurze Zusammenfassung oben. Außerdem reizte mich der Gedanke der drei ineinander verschränkten Geschichten, denn da habe ich bereits großartige Bücher gelesen. Dieses hier war leider nicht so großartig.

Aber ich werde nun zuerst die positiven Aspekte des Buches nennen. Den Grundgedanken, drei Kurzgeschichten, die alle am selben Ort und zur selben Zeit spielen und von drei verschiedenen Autoren verfasst wurden, in einem Buch zu vereinen, finde ich klasse. So hat man mit den wechselnden Charakteren auch stark wechselnde Erzählweisen. Das ganze ist dann noch in einer weihnachtlichen Atmosphäre angesiedelt und passenderweise auch recht harmonisch angelegt.
Die Zitate habe ich extra aus den drei Teilen herausgesucht, vielleicht entsteht so bereits ein kleiner Eindruck der verschiedenen Stile.
Alle drei Geschichten sind wirklich nett zu lesen und bringen durchaus Spaß. Natürlich ist alles sehr auf das Thema Liebe fokussiert, aber das kann der aufmerksame Käufer ja auch bereits dem Klappentext entnehmen. Und es passt ja zu Weihnachten.

Der Herzog stand vom Sofa auf. »Du meinst, wir sollten im schlimmsten Schneesturm seit fünfzig Jahren zwanzig Meilen weit fahren, um mit einer Horde von Hühnern herumzuhängen, die es lustig finden, ein Spiel zu stehen, auf dessen Verpackung steht, dass es für Sechsjährige gedacht ist - und da sagst du, ich sei blöd?«
Ein cheer unglaubliches Weihnachtswunder - John Green, S. 159

Was ich vermisst habe, war die Tiefgründigkeit, die auf der Rückseite des Buches angekündigt wurde. Gut, es sind kurze Geschichten, aber ich habe schon wirklich kurze Geschichten gelesen, die sehr viel tiefgründiger waren. Diese hier gehen eben nicht über nette Liebesgeschichten hinaus. Oder ich habe irgendwas nicht mitbekommen, was natürlich auch der Fall sein kann.

Die Charaktere waren sehr durchmischt. Einige blieben für mich recht flach und schwer zu greifen, andere waren dagegen wirklich interessant. Dennoch reichte mir der kleine Ausflug mit ihnen, darauf waren sie letztendlich ja auch ausgelegt. Sie haben ihren Zweck also durchaus erfüllt, wenn ich es so ausdrücken darf.

Ich fand es etwas traurig, dass die Idee mit den verschränkten Geschichten nicht weiter ausgereizt wurde. So war es für mich doch etwas fad, ich denke, aus dem Prinzip hätte man mehr herausholen kann. Da fand ich nur den Silberfolienmann sehr gelungen, auch wenn er wie ein Element wirkte, dass gezwungenermaßen immer wieder auftauchen musste.

Also: Das Buch ist keinesfalls schlecht, es war nur einfach nicht ganz mein Ding. Daher werde ich es nun nicht für mein schlechtes Händchen mit gaaanz wenigen Sternen abspeisen. Es war ja auch durchaus nett zu lesen, so ist es nicht. :)

Sie kniff die Augen zusammen und rieb sich über die Stirn, als hätte sie plötzlich Kopfschmerzen bekommen. Dann ließ sie ihre Hand wieder fallen und sah mich an. »Adeline, ich hab dich lieb. Ich werde dich immer lieb haben. Aber …«
Meine Wirbelsäule begann zu kribbeln, denn ein Satz, in dem gleichzeitig »Ich habe dich lieb« und »aber« vorkommen, kann einfach nicht gut sein. »Aber was?«
Der Schutzheilige der Schweine - Lauren Myracle, S. 297


Fazit


Ein nettes Buch voller Herz und Schmerz in weihnachtlichem Gewand. Nett, wenn auch nichts Besonderes. Ich denke, aus dem Grundkonstrukt hätte man etwas mehr herausholen können.

Idee: 4/5
Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Schreibstil: 3/5
Lesespaß: 3/5

Gesamt:
  

Kommentare:

  1. Vom Grundgedanken her klingt das Konzept ähnlich dem, welches in "Tatsächlich Liebe" vorhanden ist. Viele Personen, alle miteinander verwoben, kurzer Zeitabstand, usw.
    Aber nach deiner Rezension klang das eher... weniger überzeugend, was schade ist. :( Wahrscheinlich ist das nur ein Buch für mal eben zwischendurch...
    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Ja, das stimmt, ich denke, an dem Film haben sich die Autoren auch orientiert, als sie gemeinsam das Buch erschaffen haben. Dennoch finde ich es nicht allzu gelungen (und das obwohl ich "Tatsächlich Liebe" auch nicht so toll fand, aber das mag an meiner allgemeinen Liebesfilmabneigung liegen).
      Und genau, ich denke, ein Zwischendurch-Buch trifft es recht gut. Jeden Tag eine der drei Geschichten runterlesen, ein bisschen lächeln und ... ja.

      Viele Grüße
      Miyann :)

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    2. Schade, denn an sich ist das ne wunderschöne Idee, finde ich :( (ich bin auch ein totaler Fan von dem Film :D)
      Also eher ein Buch, was man nicht um jeden Preis gelesen haben muss.

      LG,
      Lyrica

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    3. Ich glaube, ich muss den Film nochmal gucken. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, hatte ich auch eine gewisse Anti-Einstellung, da lohnt sich ein zweites Mal bestimmt.

      Ich fand es nun nicht superschlecht, aber es ist auch nichts, was ich weiterempfehlen würde. Es sei denn, ich kenne jemanden, der auf Jugendliebesgeschichten total abfährt. :)

      Viele Grüße
      Miyann

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    4. Die Schauspieler sind es eigentlich allein schon wert. (Alan Rickman! :D Colin Firth, Hugh Grant.. ich mag britische Schauspieler ja n bisschen mehr als amerikanische) Und es ist so ein toller Weihnachtsfilm und teilweise echt witzig :D

      Haha, da bist du bei mir leider an der falschen Adresse. :) Ab und an ja, aber nur wenns wirklich richtig gut ist und das ist hier glaub ich nicht so der Fall :/

      Liebe Grüße :)

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  2. Hätte jetzt auch mehr erwartet. Das Cover sieht aber toll aus ;-)

    Lieben Gruss, Iris

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    1. Vielleicht liegt es auch irgendwie an meiner mangelnden Empfänglichkeit für Liebesgeschichten. ;D

      Und ja, das Cover finde ich auch sehr schön. Und es passt so gut in den Blog. *hust*

      Viele Grüße
      Miyann

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  3. Das ist ja schade, dass dir das Buch nicht so sehr zusagen konnte. Ich kann es aber verstehen, wenn man etwas Tiefgründiges erwartet, ist dieses Buch hier tatsächlich nicht allererste Sahne. Und schon gar nicht, wenn man kein allzu großer Fan von solchen kurzweiligen, süßen Liebesgeschichten ist.
    Mir hat das Buch recht gut gefallen, besonders die erste Geschichte, aber ich wusste auch mehr oder weniger, worauf ich mich einlasse und war ziemlich in Stimmung für solche Geschichten. Das trägt ja auch immer erheblich zur Meinung über das Buch bei und so ist es bei mir ganz gut weggekommen.

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    1. Ja, auf jeden Fall, die Erwartungen bewirken viel. Ich finde das Buch auch durchaus solide, aber ich finde, es hat eben nichts Besonderes an sich, was es für mich zu einem besonderen Buch macht. Daher gibt es eben drei Sterne, die für mich durchaus noch für ein gutes Buch stehen. :)
      Ich bin gespannt auf deine Rezension! :D

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