[Filmvorstellung] Gegen die Wand




Gegen die Wand
Erscheinungsjahr: 2004
Laufzeit: 116 Minuten
FSK 12
Regie: Fatih Akın
Schauspieler:
Birol Ünel, Sibel Kekilli, u.v.m.







Inhalt


Sibel fühlt sich eingeschränkt in ihrer türkischstämmigen Familie. Obwohl sie in Deutschland geboren wurde, wird sie streng und traditionell erzogen. In ihr wächst der Wunsch auszubrechen. Nach einem Suizidversuch trifft sie in der Klinik auf den Deutschtürken Cahit, der unter Alkholeinfluss sein Autor gegen eine Wand gesteuert hat.
Sie entwickelt einen Plan: Mit Cahit möchte sie eine Scheinehe eingehen, um so als seine Mitbewohnerin endlich frei von allen familiären Zwängen sein zu können. Nachdem sie Cahit mit einem weiteren Selbstmordversuch unter Druck setzt, stimmt er.




Meine Meinung


Als ich den Film gestern beim Zappen zufällig auf 3Sat gesehen habe, musste ich ihn einfach sehen. Zu viel hatte ich schon darüber gehört und gelesen, um ihn jetzt links liegen zu lassen. Und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt, ein wirklich beeindruckender Film. Identitätssuche, Selbstzerstörung, Liebe und Fremdzerstörung stehen hier im Mittelpunkt.

Der Film lebt durch seine starken Charaktere und damit einhergehend mit seinen starken Schauspielern. Wenn Sibel sagt: »Ich will leben, ich will tanzen, ich will ficken. Und nicht nur mit einem Typen.«, dann glaubt man ihr jedes Wort. Wenn Cahit sich im Drogenrausch verliert und Nachmittage damit verbringt, auf seiner Couch zu liegen, dann leidet man mit ihm und wünscht sich, etwas ändern zu können.
Und so taumeln die beiden gemeinsam - getrennt? - ihrem Untergang entgegen, auf der Suche nach etwas, das ihnen Halt gibt, nur um dem Verderben und der Selbstzerstörung immer näher zu kommen.

Neben der starken Präsenz der Schauspieler ist natürlich auch alles andere stark: Ohne eine tolle Kameraführung oder Regie oder natürlich das Drehbuch wäre dieser Film wohl nie so intensiv geworden. Trotz Müdigkeit habe ich keine Sekunde des Films verpasst, atemlos habe ich zugesehen, mitgelitten.


Fazit


Wenn ihr die Möglichkeit habt, diesen Film zu sehen, guckt ihn euch an, zu Recht hat er viele Preise gewonnen. Eine unglaublich intensive Filmkunst über die Selbstzerstörung. Ich würde gerne mehr zu diesem Film schreiben, aber er hat mich einfach sprachlos gemacht (was ein gutes Zeichen ist). Ich denke, ich werde noch lange über Sibel und Cahit nachdenken ...

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