[Rezension] Rubinrotes Herz, eisblaue See



Morgan Callan Rogers
Rubinrotes Herz, eisblaue See
Mare / Knaur
19,90 € / 9,99 €
ISBN 978-3-86648-131-2 / 978-3-426-50956-2
1. Auflage August 2010
432 Seiten
Gebunden / Taschenbuch
Verlagsseite 1 / 2





Inhalt


Ein Fischerdorf in Maine in den sechziger Jahren. Hier lebt die junge Florine geborgen bei ihren Eltern und Großeltern – bis ihre geliebte Mutter Carlie von einem Tag auf den anderen verschwindet. Auf einmal ist für Florine nichts mehr wie vorher, alle Nachforschungen führen ins Nichts, und die Frage, ob Carlie tot ist oder freiwillig ihr Zuhause verließ, wird Florine in den nächsten Jahren nicht mehr loslassen. Dass das Leben um sie herum weitergeht, empfindet sie als Zumutung: Ihr Vater nähert sich seiner Jugendliebe wieder an, ihre Großmutter altert zusehends, und ihr bester Freund interessiert sich nur noch für seine neue Freundin. Anrührend und schlagfertig erzählt Florine vom Erwachsenwerden und davon, was es heißt, sich selbst treu zu bleiben. (Quelle)

Ich rutschte auf einer vereisten Stelle aus, fiel auf den Bauch, und das kleine Herz glitt mir aus der Hand. Fluchend suchte ich im Schnee danach, fand es und drückte es an mich. Schließlich kam ich zu der Stelle, wo das Meer unablässig mit einem rasselnden Fauchen gegen die steilen Granitfelsen donnerte. Die Gischt bedeckte mein Gesicht mit eisigen Küssen.
S. 34

Meine Meinung


Auf dieses Buch wurde ich tatsächlich per Facebook aufmerksam. Ich mag unabhängige Verlage sehr gerne und als andere Liebhaber gefragt wurden, welche Bücher sie empfehlen würden, wurde dieses hier überraschend oft genannt.
Als ich es mir genauer angesehen wurde, schreckte mich das Cover in Kombination mit dem etwas schmalzigen Titel (Herz!) sehr ab, aber als ich es dann bei Medimops entdeckt habe, bestellte ich es kurzerhand mit. Und diesen Kauf bereue ich auf keinen Fall!

Bei dem Buch handelt es sich um die Geschichte einer heranwachsenden Frau; man begleitet Florine, ein Mädchen aus einem kleinen Fischerort, in ihrer gesamten Jugendzeit im Amerika der 60er Jahre. Dabei teilt man ihre Sehnsüchte und Wünsche und erlebt einschneidende Veränderungen in ihrem Leben.

Die ruhige aber fesselnde Geschichte punktet mit einem tollen Schreibstil, der tatsächlich locker dahinfließt wie das Wasser, sehr regelmäßig und sanft.
Gleichzeitig habe ich die ganze Handlung und die Charaktere als sehr authentisch gefunden. Die Atmosphäre der 60er Jahre hat die Autorin sehr glaubhaft dargestellt, niemals wirkte sie gekünstelt.  In der kleinen Heimatstadt Florines fühlte ich mich sofort wohl zwischen den Bewohnern, die man alle im Laufe des Romans mehr oder weniger gut kennen lernt.

Durch die verschiedenen Einstellungen der lebensechten Charaktere entstehen in diesem Roman viele Konflikte, die meiner Meinung nach unheimlich gut dargestellt wurden. Und obwohl Florine sich teilweise pubertär verhielt - ich hatte immer Verständnis für sie, aber eben auch für die Standpunkte der anderen Personen.

In dem Buch werden Themen wie der persönliche Umgang mit einem großen Verlust, Liebe, Schmerz und Trauer in das Zentrum gerückt. Hierbei ist nicht nur Florine der Mittelpunkt, auch andere Figuren, wie beispielsweise Florines Vater, nehmen zentrale Positionen ein. Auch allgemeine Lebensziele spielen in einem Roman aus Sicht einer Heranwachsenden eine große Rolle.

Ich würde gerne noch spoilern und mehr über die genaue Natur der Konflikte verraten, aber ich fürchte, das würde zu weit gehen und ich könnte zu viel verraten. Einiges wird ja schon in der Inhaltsangabe andeutet. Außerdem möchte ich noch hinzufügen, dass dieses Buch für Jugendliche wahrscheinlich nichts sein wird, auch wenn eine Jugendliche im Zentrum steht. 

Wir gingen zu einer Ansammlung von Felsen und setzten uns auf einen flachen schwarzen, der gerade groß genug für uns beide war. Wir betrachteten eine Weile Carlies Horizont, dann sagte sie mit verträumter Stimme: „Als ich klein war, stellte ich mir vor dem Einschlafen immer vor, ich könnte fliegen. Ich flog an alle möglichen Orte, landete und sah mich um, ob ich dort jemanden kannte. Dann, als ich älter war, fuhr ich hierher, und da war dein Vater, der auf mich zukam, die Sonne hinter seinem Kopf wie ein Heiligenschein. Blaue Augen, strahlendes Lächeln, breite Schultern, groß und kräftig, und da habe ich mir gesagt: ‚Das ist er Carlie. Hier bleibst du.‘ Er ist ein guter Mann, Florine. Einer der besten, denen ich je begegnet bin.“
S. 13

Fazit


Hier kann jeder beherzt zugreifen, der ruhige Familiengeschichten und Geschichten über Heranwachsende mag, mit all ihren Problemen, Sorgen und Nöten. Es wird eine Geschichte geboten, die einen mit all ihren Konflikten auch später noch beschäftigen wird.


  

Kommentare:

  1. Hi Miyann,

    ach ich bin wirklich gespannt! Ich bin damals auch durch Zufall über das Buch gestolpert, ich werde es wohl bald lesen müssen ;)

    Übrigens ich habe dich getaggt, wenn du Lust hast: Klick mich!

    Liebe Grüße
    Krys

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    1. Hallo Krys,

      oh, ich hoffe, es gefällt dir. Und ich freue mich auf deine abschließende Meinung dazu!

      Vielen Dank für den TAG! Den gucke ich mir doch gleich mal an. :)

      Viele Grüße
      Miyann

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  2. Hallo Miyann,
    oha, das Buch muss dich echt überzeugt haben. Ich muss gestehen, dass ich den Titel wunderschön finde und der Klappentext auch sehr vielversprechend klingt. Deine gute Bewertung lässt es einfach mal auf meine Wunschliste wandern ;)

    Ich habe übrigens noch einen Tag für dich, so wie Krys :D Aber einen anderen. Meinen findest du HIER

    Liebe Grüße, KQ

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    1. Hallo! :)

      ja, es war für mich wirklich ein schönes Lesevergnügen. Meine Mutter liest es auch gerade und ist begeistert. :)

      Es freut mich, dass das Buch auf deine Wunschliste gewandert ist!

      Und vielen Dank für den TAG, der ist echt toll.

      Viele Grüße
      Miyann

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